Trainingsstart mit Hindernissen

Unglaublich aber wahr –seit über zwei Wochen werden mir die vereinbarte Trainerstunden für die Anamnese und den geeigneten Trainingsplan im Fitness-Studio meiner Wahl telefonisch abgesagt und immer weiter nach hinten geschoben. Die Gründe will ich hier erst gar nicht zur Sprache bringen. Hauptsache Vertrag unterschreiben und Beitrag entrichten, das lob ich mir. Fehlt nicht mehr viel, dass ich mich an eine höhere Stelle wenden werde. Aber ich hasse so was, da es eigentlich nicht nötig wäre und lasse es, vorerst… Irgendwann wird es schon klappen.

Marco, ein guter Freund von mir, bekommt das Ganze nun auch mit und schlägt mir vor,  damit nicht noch mehr Zeit flöten geht, mit mir ein Trainingsprogramm auszuarbeiten und den IST-Zustand zu analysieren. Da er derzeit als Trainer nebenbei in einem anderen Studio arbeitet, nehme ich dankend an.

Wir nehmen uns über zwei Stunden Zeit, um meinen jetzigen Stand zu analysieren und einen entsprechenden Trainingsplan, der in erster Linie natürlich die Muskulatur des Rücken und der Schultern berücksichtig, wie auch die übrige Stützmuskulatur, auszuarbeiten. Das reicht auch erst mal für den Anfang. Gesteigert und ausgebaut wird das Training erst, wenn das alles gut klappt – also Geduld.

Das ganze Programm inkl. WarmUp, Einheiten und entsprechendem CoolDown wird mehr als eine Stunde dauern, wenn man nicht gerade wie ein gestörter von Gerät zu Gerät rennen will. Komisch ist vor allem die Tatsache, mit wenig Gewicht an den Geräten anfangen zu müssen. Aber er hat schon Recht – der gesamte Körper und auch der Kreislauf müssen sich erst an die neue Belastung anpassen und sollten auf keinen Fall überfordert werden – Verletzungen sind dann vorprogrammiert. Es ist viel wichtiger die Übungen sauber durchzuführen, und mit zuviel Gewicht wird das nicht funktionieren. Das betrifft hauptsächlich Bänder, Sehnen, Gelenke und die geforderte Muskulatur. Niederschmetternd die Ergebnisse in Bezug auf die körperliche Mobilität – das viele Sitzen hat die Bänder in den unteren Extremitäten extrem verkürzt und der Aktionsradius des Schulterbereichs ist ebenfalls erbärmlich. Bei weiteren Dehn- und Stretchübungen sieht es nicht viel besser aus. Warum konnten wir heute nicht das Studio für uns alleine haben, wo  vor allem keiner zusieht? Komme mir schon etwas lächerlich vor, wie ich mich hier abkämpfe…

Großer Zweifel befällt mich nach dem niederschmetternden Ergebnis, und beginne mich zu fragen, ob ich das nochmal „in Ordnung“ bekomme und schon säuselt eine ganz leise Stimme in mir  (wird wohl der Schweinehund sein),  es vielleicht doch besser bleiben zu lassen. Nichts da – das ist nach dem Bandscheibenvorfall vielleicht die letzte Chance schlimmeres zu verhindern. Und das macht Angst, aber auch Mut. Nach dem Training dann noch ab in die Sauna und morgen den wohl übelsten Muskelkater seit langem ertragen. Tja, ein guter Trainer sagt dir schon ins Gesicht, was auf dich zukommt…

Aber so schlimm? Um Himmels willen was für Schmerzen. Ich konnte mir nicht ernsthaft vorstellen, wo ich überall Muskeln habe, geschweige denn dass da, wo es ordentlich weh tat, überhaupt welche sind. Verdammt – was ist nur aus dir geworden? Ganz klar – ein 43jähriger unbeweglicher  Jammerlappen. Auf die Zähne beißen und durch – war doch immer dein Motto: „Jetzt erst recht!“. So ging ich – nachdem der Kater soweit vorüber war, wieder ins Studio und hatte dann zwei Wochen später doch noch die offizielle Trainerstunde, die mir allerdings nicht viel Neues beibrachte, aber dennoch nochmal eine gute Wiederholung war.

Zum Schluss – nur keine Angst – einfach anfangen und langsam steigern und am besten zwei- bis dreimal die Woche feste Tage einplanen und den Trainingsplan wirklich nach Plan durchziehen. Es wird immer leichter und auch mehr möglich sein. Relativ schnell sogar… Aber unter allen Umständen nur mit einem Trainer anfangen, der nicht nur dabei hilft etwas zu tun, sondern auch richtig.

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