Vor wenigen Minuten erreichte mich, wie vermutlich etliche andere, der Newsletter 2/2016 der eventwerkstatt GmbH im Namen von Hanns-Martin Fraas zum geplanten Nürburgringlauf 2016 – allerdings mit eindeutig schlechten Nachrichten für diesen traditionsreichen Lauf in der Eifel. In Newsletter 1 in diesem Jahr wurde noch nach einem passenden Termin gesucht und die Interessenten darauf vorbereitet, dass der Lauf wohl nicht, wie bisher, vor der Rad am Ring-Veranstaltung stattfinden wird, sondern wohl ausgelagert werden würde auf einen eigenen Termin.

Aber lest selbst…

 

Ein Abschiedsbrief

Liebe Teilnehmer, Mitstreiter und Freunde des Nürburgringlaufs,
wir haben in den letzten Monaten versucht, eine neue Grundlage für den traditionsreichen Nürburgringlauf zu finden.

2016 wird sich Rad am Ring durch verschiedene Disziplinen erweitern und wir können das Konzept von parallel organisiertem Lauf- und Rad-Veranstaltung nicht mehr umsetzen. Allerdings sehen wir im Augenblick leider auch keine Chance, diese neue Grundlage zu schaffen.

In der Zeit von 1978 bis 2000 entwickelte sich der Lauf als einer der ältesten deutschen Straßenläufe zur Großveranstaltung mit weit über 5.000 Teilnehmern pro Jahr. Die Laufszene hat sich allerdings in den neunziger Jahren unwahrscheinlich entwickelt und an jeder Ecke entstand ein Marathon, Halbmarathon oder sonstiger Straßenlauf. Die außergewöhnliche Streckenlänge und die Topographie des Nürburgringlaufes machten den legendären Run über die Nordschleife immer mehr zur Liebhaber-Veranstaltung.

Wir haben ab 2004 den Nürburgringlauf in unserem Veranstaltungskonzept mit Radfahren zu „Rad&Run am Ring“ kombiniert. Während sich die Rad-Komponente stetig entwickelt hat, stagnierten die Laufzahlen oder waren teilweise sogar rückläufig. Durch die Einbettung in Rad am Ring waren wir aber in der Lage, das organisatorische Niveau und das Ambiente einer Großveranstaltung zu halten.

Und genau das werden wir bei der Organisation des Nürburgringlaufs als Einzel-Veranstaltung nicht mehr schaffen. Der Nürburgringlauf hat mit der Tradition und mit der Bedeutung im ausgehenden letzten Jahrtausend ein besseres Ende verdient, als dass er als schlechtes Abbild seiner Vergangenheit irgendwann zu Ende dümpelt.

Den 35. Lauf 2015 haben wir noch mit großem Anstand über die Eifler Bühne gebracht. Und das ist nach augenblicklichem Stand der Dinge auch der richtige Zeitpunkt für einen Schnitt.

Wir möchten dieses Kapitel Nürburgringlauf aber nicht zuklappen, ohne im Namen des Sports, unsere Teilnehmer und im Namen des kompletten eventwerkstatt-Organisationsteams einer Reihe von Personen zu danken, die die Geschichte des Nürburgringlaufs wesentlich geprägt haben.

Als erstes sind dabei Adelheid Jacoby und Detlev Goebel aus Adenau zu nennen, die bei allen 35 (!!!!!) Nürburgringläufen verantwortlich und engagiert mitgewirkt haben. In den ersten Jahren hat uns Peter Berg und die LG Kreis Ahrweiler sehr viel unterstützt und später die Truppe um Poldi Eybl und Thorsten Mey – herzlichen Dank dafür!!!

Natürlich müssen an der Stelle auch die Erfinder des Laufes, Ernst van Aken und Manfred Steffny erwähnt werden, die den Lauf 1978 aus der Taufe gehoben haben. Eine weitere Schlüsselfigur für den Nürburgringlauf war Gerhard Paech, der als Geschäftsführer des Leichtathletik-Verbandes Rheinland 16 Jahre die Geschicke des Laufes lenkte und auch uns ab 2004 immer wieder „Amtshilfe“ geleistet hat. Last but not least danken wir unseren sogenannten Veteranen, einer enthusiastischen Gruppe von Läufern, die alle 35 Läufe am Ring bestritten haben, teilweise noch im Alter von über 80 Jahren – Respekt!!!

Wir sind glücklich, mit allen diesen Menschen ein Stück Laufgeschichte erlebt zu haben und möchten mit einem Seitenblick auf die Kommerzialisierung des Sports festhalten: Ohne engagierte Pioniere mit Ideen und Durchsetzungswillen und ohne ehrenamtlich orientierte Mitstreiter dreht sich auch in Zukunft kein Rad!

Vielleicht erlebt der Nürburgringlauf irgendwann eine Renaissance. Wir wünschen uns das. Es wäre dann nach 2004 das zweite Mal.

Herzliche Grüße

Hanns-Martin Fraas
im Namen aller Mitarbeiter und Mit-Organisatoren

 

Wirklich schade, dass es diesen Lauf nicht mehr geben soll. Nach meinem Halbmarathon-Debut im letzten Jahr (siehe Blogbeitrag) mit Sonderlänge und etlichen Höhenmetern über diese Distanz, wollte ich dieses Jahr unbedingt dort nochmal starten – Pustekuchen. Schade, wenn es sich nicht mehr “rechnet”…

Bin mal gespannt, ob Reaktionen in der Laufgemeinde auftauchen werden und ob er vielleicht doch irgendwann nochmal aufleben wird – das gab es ja schon einmal – vor über einem Jahrzehnt… Mal sehen…

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